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True Peak

Die Messung, die erfasst, was Ihre Meter uebersehen. Sample Peaks zeigen das digitale Maximum. True Peak zeigt, was passiert, wenn der DAC die Wellenform rekonstruiert — und es ist immer hoeher.

True Peak (dBTP) erklärt

Was True Peak misst

True Peak (gemessen in dBTP — Dezibel True Peak) schätzt den maximalen Pegel der analogen Wellenform, die ein Digital-Analog-Wandler (DAC) rekonstruieren wird. Sample Peak — was ein Standard-dBFS-Meter anzeigt — misst nur die Amplitude einzelner digitaler Samples. Der entscheidende Unterschied: Wenn ein DAC eine kontinuierliche analoge Wellenform aus diskreten Samples rekonstruiert, kann die resultierende Kurve die Amplitude jedes einzelnen Samples überschreiten. Dies nennt man Inter-Sample-Peaks (ISP), die auftreten, wenn das digitale Signal nahe 0 dBFS limitiert oder geclippt wurde. Die Mathematik: Zwei benachbarte Samples bei 0 dBFS. Der DAC zeichnet eine glatte Kurve dazwischen. Wenn das Phasenverhältnis der Frequenzen im Signal ein Überschwingen verursacht, kann der rekonstruierte analoge Pegel 1-3 dB über dem digitalen Sample Peak liegen. Auf einem Verbraucher-Wiedergabesystem bedeutet das: Der DAC clippt — Verzerrung, die auf keinem Sample-basierten Meter sichtbar war. Der Standard ITU-R BS.1770 definiert den Algorithmus zur True-Peak-Messung, der 4x Oversampling des digitalen Signals nutzt. Deshalb geben Broadcast-Standards (EBU R128, ATSC A/85) True-Peak-Limits vor, keine Sample-Peak-Limits. Die Zahlen: EBU R128 schreibt -1 dBTP Maximum vor. Netflix spezifiziert -2 dBTP für Print Master und Music & Effects (Netflix Sound Mix Specifications). Amazon Prime zielt auf -2 dBTP. Apple Music und Spotify normalisieren auf etwa -1 dBTP. Keine professionelle Lieferungsspec erlaubt 0 dBTP. Wenn Ihre Limiter-Decke auf 0 dBFS steht und Sample Peaks 0,0 dBFS zeigen, liegt Ihr True Peak wahrscheinlich bei +0,5 bis +1,5 dBTP. Sie clippen, ohne es zu wissen.

Warum -0,1 dBFS immer noch Clipping ist

Ein häufiger Fehler: Die Limiter-Decke auf -0,1 dBFS setzen und denken, das biete einen Sicherheitsabstand. Tut es nicht. -0,1 dBFS ist eine Sample-Peak-Lesung. Der True Peak bei diesem Pegel kann +0,4 bis +1,0 dBTP betragen, abhängig vom Spektralinhalt des Signals. Hochfrequenter Inhalt (Sibilanz in Vocal-Aufnahmen, Becken-Crashes, Synth-Leads) erzeugt größere Inter-Sample-Peaks. Der richtige Ansatz: Stellen Sie Ihre True-Peak-Limiter-Decke auf -1 dBTP für Broadcast-Deliverables, -1,5 bis -2 dBTP für Streaming. Verwenden Sie einen Limiter, der True Peak misst — FabFilter Pro-L2, Waves L2 oder iZotope Ozone Maximizer haben True-Peak-Modi. In DaVinci Resolve Fairlight hat der eingebaute Limiter eine True-Peak-Decke-Einstellung. Aktivieren Sie sie. Ein weiterer Stolperstein: Codec-Encoding hebt Peaks an. Wenn Ihre Masterdatei nach AAC (Apple), Ogg Vorbis (Spotify) oder Opus (YouTube) kodiert wird, kann die verlustbehaftete Kompression den Spitzpegel um 0,5-1 dB anheben. Deshalb decken Plattformen wie Netflix (Netflix Sound Mix Specifications, -2 dBTP) oder EBU R128 (-1 dBTP) diesen Extra-Spielraum ab. Wer für Streaming mit extra Sicherheitsabstand auf -1,5 bis -2 dBTP limitiert, hat codec-bedingte Peak-Erhöhungen vollständig unter Kontrolle. Testen Sie Ihren Master nach dem Encoding, nicht nur in der DAW.

True Peak — Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dBFS, dBTP und LUFS?
dBFS misst die Spitzenamplitude einzelner digitaler Samples. dBTP schätzt den maximalen Pegel der rekonstruierten analogen Wellenform (immer gleich oder höher als dBFS). LUFS misst die wahrgenommene Lautheit über die Zeit mit Frequenzgewichtung. Sie messen Verschiedenes: Peaks vs Lautheit, digitaler vs analoger Bereich.
Brauche ich einen True-Peak-Limiter für YouTube-Uploads?
YouTube normalisiert auf ca. -14 LUFS und enkodiert Audio als Opus/AAC. Wenn Ihr True Peak -1 dBTP überschreitet, kann das Codec-Encoding Clipping verursachen. Setzen Sie den Limiter auf -1 dBTP. YouTube lehnt laute Inhalte nicht ab, aber Clipping nach Encode verschlechtert die Qualität.
Können Inter-Sample-Peaks Lautsprecher beschädigen?
Theoretisch können schwere ISP den DAC veranlassen, eine Spannungsspitze auszugeben, die den Verstärker übersteuert. In der Praxis haben die meisten modernen Wiedergabeketten Spielraum und Schutzschaltungen. Das eigentliche Problem ist hörbare Verzerrung — der DAC clippt und erzeugt raue, ermüdende Artefakte. Es ist ein Qualitätsproblem, kein Hardware-Schadensproblem.

Brauchen Sie professionelle Unterstützung?

Lautheits-Specs sind nicht verhandelbar für Broadcast und Streaming. Wir mischen und mastern auf exakte True-Peak- und LUFS-Ziele — kein Clipping, keine Ablehnung.

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